Covid-19 und die Folgen

Warum nehmen die Beschwerden während Covid19-Massnahmen zu? Oder nehmen sie sogar ab?
Kurz nach der Covid-19 Wiedereröffnung war eine Kundin zu Besuch und erzählte mir, dass ihre Beschwerden während der Zeit zugenommen haben.

Das war für mich in dem ersten Moment nicht sehr verwunderlich. Und dies teilte ich ihr auch mit. In solch aussergewöhnlichen Zeiten gibt es viele Menschen, die eine gewisse Unsicherheit begleitet. Wie geht es weiter? Wann kann man wieder arbeiten? Wann kann ich meine Freunde wieder treffen und wann in den Arm nehmen? 

Schmerzverstärkende Situationen

Genau solche Gedanken und Unsicherheiten können für Schmerzen eine Art Verstärker darstellen. Dazu kommt meistens eine Verminderung der Bewegung – teilweise auf die eigenen 4 Wände reduziert – was nicht förderlich ist. Damit wiederum ist teilweise das Alleinsein verbunden. Das Gefühl der Einsamkeit. 

Denn leider ist es auch so, dass das Zusammensein in der Familie nicht immer gleichzusetzen ist, mit einer gemütlichen Atmosphäre. Statistiken über häusliche Gewalt belegen dies. So nahmen in Frankreich die Einsätze wegen häuslicher Gewalt um bis zu 36% zu, nachdem die Ausgangsbeschränkung verhängt wurde. Suchtexperten des Blauen Kreuzes sehen auch ein Gefahr im Anstieg des Alkoholkonsum während der Zeit der Covid-19 Massnahmen.

All diese Faktoren können somit den Schmerz bzw. Heilungsprozess negativ beeinflussen. Es wundert also nicht, dass Beschwerden während den Covid 19 Massnahmen zugenommen haben.

Zwei Seiten einer Medaille

Als die Kundin wieder weg war, habe ich nochmals genauer darüber nachgedacht. Dann ist mir aufgefallen, dass es auf der anderen Seite auch viele schmerzdämpfende Faktoren während dieser Zeit gibt. 

Zum einen gab es vielen Menschen die Möglichkeit aus dem Hamsterrad des Alltags ein wenig auszubrechen. Es gab den Leuten Zeit für sich. Zeit, den Stress des Alltags ein wenig links liegen zu lassen und zu entschleunigen. Und es gab Familien, die gerne mehr Zeit miteinander verbracht hätten, genau das. 

“Es ist nichts Schlimmes”

Der nächste Kunde verdeutlichte mir, was es bedeutet, eine richtige Einstellung der jeweiligen Situation gegenüber zu haben. Er erzählte mir, wie er während der Phase einen Hexenschuss gehabt habe. Es ihn aber nicht beunruhigt habe. Er habe gewusst, wie die Situation ungewohnt für ihn sei und er spürte, dass es ihn ein wenig gestresst hätte. Zugleich habe er sich nicht mehr so viel bewegt und teilweise nicht gut geschlafen. Dazu käme sein Heuschnupfen, der ihm einen Teil seiner Ressourcen geraubt hätte. Der Rücken aber, so sagte er, machte ihm keine Sorgen. Es wüsste, dass unter so einer Belastung der Rücken vielleicht mal schmerzt, aber er war sich sicher, dass nichts Schlimmes vorliegen würde.

Diese Reflektiertheit und auch gewisse Gelassenheit verhalf ihm, dass er die Schmerzepisode mit Bewegung und adäquater Belastung recht schnell und gut überstanden hatte. 

Es kommt eben auch darauf an, wie wir mit der jeweiligen Situation umgehen und welche Einstellung wir haben. Dabei kann die Einstellung bezüglich eines Schmerzes selbst schon diesen verstärken oder dämpfen aber eben auch äussere Umstände wie: 

  • Arbeit
  • Schlaf
  • Ängste/Sorgen
  • Erfahrungen
  • Social Distancing

In diesem Sinne: Bleiben Sie positiv!

Literaturverzeichnis:
https://twitter.com/VALP/status/1243288744276492290
http: //www.nau.ch/news/schweiz/wegen-coronavirus-alkoholkonsum-in-der-schweiz-steigt-an-65690351

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