Wundheilungsphasen1

Die wundheilungsphasen

Nach Verletzungen kommt es – ohne dass wir speziell etwas dazu beitragen müssen – zu einem Wundheilungsprozess. Der Körper heilt sich selbst!
Dieser Wundheilungsprozess besteht aus drei Phasen, die je nach Verletzung und Gewebe unterschiedlich lange andauern können.

Mit Hilfe des folgenden Beitrages möchten wir Ihnen die drei einzelnen Wundheilungsphasen genauer vorstellen, damit Sie den nächsten Heilungsverlauf besser einschätzen und unterstützen können. Bei den drei Heilungsphasen handelt es sich um folgende Phasen:

  • Entzündungsphase
  • Proliferationsphase
  • Remodellierungsphase

Bei einer Verletzung werden diese drei Phasen immer durchlaufen. Wie lange dabei die einzelne Phase dauert, ist abhängig von der Art der Verletzung und auch der Nachbehandlung. Beginnen wir mit der ersten Phase.

Entzündungsphase

Die Entzündungsphase ist die erste Wundheilungsphase und dauert bis zu 5 Tage, kann aber individuell und je nach Verletzung etwas variieren. Die Entzündungsphase ist die erste körpereigene Reaktion auf eine Verletzung. Sie kann nochmals in eine vaskuläre und eine zelluläre Phase unterteilt werden. In der vaskulären Phase, ca. bis zum 2. Tag, findet vor allem die Gerinnung statt. Das heisst, die Blutungen werden gestillt und es findet die Reparatur der Gefässe statt. Des Weiteren wird die Immunabwehr aktiviert und es kommt zu Schmerzen, damit das Verletzungsgebiet automatisch geschont wird. In der zellulären Phase beginnt der Körper mit dem Abbau von verletztem Gewebe und dem Aufbau von neuem, qualitativ zunächst geringerem Gewebe.

Schmerz, Erwärmung, Rötung, Schwellung und Funktionseinschränkung sind Kennzeichen einer Entzündungsphase.

Schmerz, Erwärmung, Rötung, Schwellung und eine Funktionseinbusse kennzeichnen die Entzündungsphase. In dieser Phase empfiehlt es sich an das «PEACE» Konzept zu halten, welches wir im Blog PEACE & LOVE bei Verletzungen genauer erläutert haben.

Protect – Elevation – Avoid – Compression Education 

Proliferationsphase

In der zweiten Phase der Wundheilung, welche ungefähr vom 5. bis zum 21. Tag nach der Verletzung andauert, wird im verletzten Gebiet weiter neues Bindegewebe gebildet, welches von den neu herangewachsenen Blutgefässen versorgt wird. Anfänglich ist das neue Gewebe noch nicht so belastbar wie vor der Verletzung. Damit sich Bindegewebsfasern korrekt ausrichten können und das Gewebe wieder widerstandsfähiger wird, muss in der Proliferationsphase das Gewebe sukzessive Belastungen ausgesetzt werden. Es soll dabei be- aber nicht überbelastet werden. Damit das gelingt folgen wir dem «LOVE» Konzept.

Load – Optimism Vascularisation – Exercise

Ziel in der Proliferationsphase ist es das Gewebe widerstandsfähiger werden zu lassen.

Remodelllierungsphase 

Die letzte der drei Wundheilungsphasen ist die Remodellierungs- oder auch Umbau-/Belastbarkeitsphase genannt. Sie kann bis zu einem Jahr nach der Verletzung andauern. Wie der Name schon sagt, passt sich das neue Gewebe den Anforderungen an und baut sich dort weiter aus, wo es verlangt wird. Wichtig ist dabei auch, dass bei Sportverletzungen die Rehabilitation sportartspezifisch von statten geht. Nur so kann gewährleistet werden, dass verletzte Muskeln belastbarer, Knochen stärker und Weichteilgewebe flexibler werden. 

Damit dies geschehen kann, braucht es ein individuell angepasstes Training. Die Belastungen sollten stufenweise gesteigert werden und hierzu kann dem «LOVE» Konzept weiter gefolgt werden. 

Load – Optimism – Vascularisation – Exercise

Literaturverzeichnis

de Morree JJ. Dynamik des menschlichen Bindegewebes: Funktion, Schädigung und Wiederherstellung. Urban & Fischer Verlag/Elsevier GmbH; 2. Edition (18. Februar 2013).