Exercise is medicine

Vor einigen Wochen nahm ich zusammen mit weiteren Therapeuten und einem Arzt an einer Besprechung an der FH in Münchenstein teil. Wir haben uns darüber ausgetauscht, welche Inhalte man in Bezug auf Kniegelenkarthrose in den jeweiligen Unterrichten vermittelten sollte …

Ich als Dozent stellte für mich klar, dass eine Arthrose stets individuell anzusehen ist. Jeder Patient hat eine unterschiedliche Wahrnehmung den Schmerz betreffend. Ziel muss es jedoch sein, dass die Muskulatur mit Hilfe von Übungen aufgebaut wird. Am Ende meines Vortrags meldete sich der Arzt, schaute mich an und sagte zu mir: «Wenn du mir das vor zwei Jahren erzählt hättest, hätte ich dir kein Wort davon geglaubt. Da ich seit mittlerweile zwei Jahren selber regelmässig Kraftübungen durchführe, bin ich von der Effektivität der Bewegung überzeugt.»

Aktiv zu sein ist das Wichtigste, um in jedem Alter die Gesundheit zu verbessern. Das ist nichts Neues. Durch Bewegung werden das natürliche Wachstum sowie die natürliche Entwicklung gefördert, man fühlt sich besser, funktioniert besser, schläft besser und reduziert dabei noch das Risiko an vielen unterschiedlichen chronischen Erkrankungen zu leiden.

Inaktivität auf der anderen Seite ist ein grosses Problem und ein beitragender Faktor bzgl. vieler unterschiedlicher chronischer Krankheiten. Inaktivität landet auf Platz 4 der Gründe, die zum Tode führen, nach Bluthochdruck, Rauchen und hohem Blutzucker. 2008 haben über die Hälfte (56%) der Erwachsenen US-Einwohner nicht die geforderten Mindestbedingungen bzgl. Aktivität erreicht. Positive Effekte fangen sofort nach dem Training an und sind auch nach kurzen Episoden schon vorhanden. Wissenschaftliche Studie zeigen auf, dass für einen gesunden Lebensstil durchschnittlich 150 Minuten wöchentliches Training/körperliche Aktivität und Krafttraining an zwei Tagen in der Woche benötigt werden.

Auch wenn man es bestimmt schon einmal gelesen hat. Hier nochmal der Einfluss von Bewegung auf das Leben:

Regelmässige Aktivität senkt/reduziert …

  • das Sterberisiko bei älteren Menschen um 40%
  • die Sterblichkeit und das Risiko eines Brustkrebsrezidivs um ca. 50%
  • das Darmkrebsrisiko um über 60%
  • das Risiko an Alzheimer zu erkranken um 40%
  • das Risiko an Herzkrankheiten und Bluthochdruck zu leiden um ca. 40%
  • den Blutdruck in Ruhe
  • das Risiko eines Herzinfarktes um 27%
  • die Blutfettwerte
  • das Risiko Diabetes Typ II zu entwickeln um 58%
  • Symptome bei Rückenschmerzen, Fibromyalgie

Desweitern hilft Aktivität bei Depressionen, verlangsamt den Alterungsprozess, verbessert die Schlafqualität und Knochendichte, erhöht den Grundumsatz (hilft somit bei der Gewichtsreduktion) …

Bedarf es noch mehr Gründe für die beste Medizin, die wir uns selber verabreichen können? Jeder Anfang ist schwer! Jedoch können wir auch klein anfangen. Beginnen wir zum Beispiel Fahrstühle und Rolltreppen wieder zu meiden. Meist ist man nicht erheblich langsamer aber unserer Gesundheit ist damit sehr gedient. Für intensivere und längere Bewegung ist es wichtig, dass man sich etwas aussucht, an dem man Spass hat. Dann ist die Wahrscheinlichkeit auch gegeben, dass diese wichtige Aktivität über längere Zeit ausgeführt wird und nicht gleich wieder einschläft. Denn Einschlafen ist Inaktivität und das wollen wir nicht!

Literaturverzeichnis
Strickland JC, Smith MA. The anxiolytic effects of resistance exercise. Front Psychol. Jul 10;5:753. 2014.
Westcott WL. Resistance training is medicine: effects of strength training on health.
Curr Sports Med Rep. Jul-Aug;11(4):209-16. 2012.
www.exerciseismedicine.org

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